KKAVYLO
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Founder Journey

Was ich beim Aufbau von KAVYLO unterschätzt habe

Von Naomi Stiel · 25. September 2026

Beim Aufbau von KAVYLO habe ich gelernt, dass eine Fitness-App weit mehr bedeutet als nur Code zu schreiben. Von Testing und Übersetzungen bis zu Produktstruktur, Nutzerfeedback und der Arbeit hinter jeder neuen Funktion: Das sind die Dinge, die ich am meisten unterschätzt habe.

Eine Fitness-App zu entwickeln ist viel mehr als Code zu schreiben

Als ich angefangen habe, KAVYLO zu entwickeln, wusste ich, dass der Aufbau einer Fitness-App Zeit kosten würde.

Was ich unterschätzt habe, war, wie viel dieser Zeit nur indirekt mit dem eigentlichen Programmieren einer Funktion zu tun hat.

Eine neue Funktion beginnt vielleicht mit einer relativ einfachen Idee: Trainingspläne hinzufügen, Workout-Tracking verbessern, einen Coach-Bereich erweitern oder einen weiteren Teil der App miteinander verbinden.

Aber von dieser Idee bis zu einer Funktion, die sich wirklich fertig anfühlt, liegt sehr viel Arbeit.

Dazu gehören die Benutzeroberfläche, die Daten dahinter, Tests, Sonderfälle, Übersetzungen, Navigation, Barrierefreiheit, App-Store-Anforderungen, Website-Inhalte und alles, was auch nach der Veröffentlichung weiterhin funktionieren muss.

Das ist wahrscheinlich eine der größten Lektionen, die ich beim Aufbau von KAVYLO gelernt habe.

Jede neue Funktion erzeugt Arbeit rund um die Funktion

Es ist leicht, eine neue Funktion als einzelnen Screen oder einzelne Funktion zu betrachten.

In der Praxis beeinflusst fast jede Erweiterung mehrere andere Teile des Produkts.

Eine neue Trainingsfunktion kann zum Beispiel zusätzlich erfordern:

  • Anpassungen an der Navigation
  • neue Datenstrukturen
  • zusätzliche Einstellungen
  • neue Leer- und Fehlerzustände
  • Tests für unterschiedliche Situationen
  • Änderungen auf der Website
  • Übersetzungen
  • Support-Inhalte
  • neue Analyse- oder Fortschrittsansichten
  • Anpassungen an anderen verbundenen Funktionen

Die sichtbare Funktion ist häufig nur ein kleiner Teil der gesamten Arbeit.

Das wurde besonders deutlich, als sich KAVYLO von einem einfachen Workout Tracker zu einer umfangreicheren Fitness-App entwickelt hat.

Training, Nutrition, Recovery, Fortschritt, Apple Health, Apple Watch, Coaching, Community und weitere Bereiche müssen als Teile eines gemeinsamen Produkts funktionieren.

Mehr über die gesamte Struktur findest du auf der KAVYLO Feature-Seite.

Eine wachsende Fitness-App übersichtlich zu halten ist schwierig

Ein weiterer Punkt, den ich unterschätzt habe, ist, wie schwierig es wird, mehr Funktionen hinzuzufügen, ohne dass sich eine App gleichzeitig komplizierter anfühlt.

Neue Funktionen zu bauen ist vergleichsweise einfach.

Schwieriger ist die Frage, wo diese Funktionen innerhalb des Produkts hingehören.

Je größer KAVYLO geworden ist, desto wichtiger wurde deshalb die Informationsarchitektur.

Nicht jede Funktion sollte dieselbe visuelle Priorität haben.

Nicht alles muss direkt auf dem ersten Screen sichtbar sein.

Eine App kann sehr umfangreich sein und sich trotzdem einfach anfühlen, aber nur dann, wenn ihre Struktur verständlich bleibt.

Deshalb stelle ich mir bei neuen Bereichen immer häufiger Fragen wie:

  • Was muss ein Nutzer zuerst sehen?
  • Welche Funktionen gehören zusammen?
  • Was sollte auf einer Unterseite liegen?
  • Welche Information ist gerade relevant?
  • Welche Information kann warten, bis jemand gezielt danach sucht?

Ich habe gelernt, dass ein Produkt zu vereinfachen nicht automatisch bedeutet, Funktionen zu entfernen.

Manchmal bedeutet es einfach, die richtige Funktion im richtigen Moment zu zeigen.

Trainingspläne sind ein gutes Beispiel

Trainingspläne klingen zunächst nach einer klar abgegrenzten Funktion.

Sobald ein Trainingsplan wirklich sinnvoll in eine Fitness-App integriert werden soll, entstehen aber viele Verbindungen zu anderen Bereichen.

Es gibt die Pläne selbst, Übungen, Trainingshistorie, kommende Einheiten, verschiedene Sportarten, Fortschritt und die Frage, wie all diese Informationen zusammenpassen.

Deshalb möchte ich Trainingspläne in KAVYLO nicht einfach als isolierte Liste von Workouts behandeln.

Die Planung soll mit dem Training verbunden sein, das tatsächlich durchgeführt wird, und mit dem größeren Fitnesskontext darum herum.

Mehr dazu findest du auf der Seite Trainingsplan App mit KAVYLO.

Die unsichtbare Arbeit kostet überraschend viel Zeit

Einige der Aufgaben, die am meisten Zeit kosten, sind Dinge, die Nutzer wahrscheinlich nie bewusst wahrnehmen.

Ein Button muss korrekt reagieren.

Eine Seite darf auf kleineren Displays nicht kaputtgehen.

Eine übersetzte Formulierung muss genügend Platz haben.

Ein Ladezustand muss verständlich sein.

Ein leerer Screen sollte erklären, was als Nächstes passiert.

Nutzer sollten verstehen, wo sie sich befinden, ohne über die Navigation nachdenken zu müssen.

Keine dieser Aufgaben wirkt für sich genommen besonders spektakulär.

Zusammen entscheiden sie aber darüber, ob sich eine App durchdacht oder unfertig anfühlt.

Ich habe unterschätzt, wie viel Zeit genau diese Art von Arbeit einnimmt.

Mehrsprachigkeit bedeutet mehr als Texte zu übersetzen

KAVYLO ist inzwischen in mehreren Sprachen verfügbar.

Auf den ersten Blick klingt Lokalisierung relativ einfach: Texte übersetzen und einen Sprachumschalter hinzufügen.

In der Praxis beeinflusst sie aber sehr viele Bereiche eines Produkts.

Texte haben unterschiedliche Längen.

Navigationsbegriffe verändern sich.

SEO-Seiten brauchen eigene Titel, Beschreibungen und URLs.

Blogartikel benötigen eigene Sprachversionen.

Manche Begriffe sollten übersetzt werden, andere gehören bewusst zur Produktsprache.

Und jede Sprache muss auch dann konsistent bleiben, wenn sich KAVYLO weiterentwickelt.

Die Arbeit endet also nicht mit der ersten Übersetzung.

Jede zukünftige Funktion muss ebenfalls in dieses System passen.

Auch hier war der langfristige Aufwand deutlich größer, als ich am Anfang erwartet hatte.

Eine veröffentlichte App ist nicht fertig

Bevor ich KAVYLO gebaut habe, konnte man sich einen App-Store-Release leicht wie eine Ziellinie vorstellen.

Das ist er nicht.

Mit der Veröffentlichung beginnt eine andere Art von Arbeit.

Echte Nutzer verwenden die App anders, als ich es während der Entwicklung tue.

Sie sehen Dinge, die ich irgendwann nicht mehr wahrnehme, weil ich denselben Screen bereits hunderte Male gesehen habe.

Eine Funktion, die für mich völlig selbstverständlich wirkt, muss für jemanden, der KAVYLO zum ersten Mal öffnet, nicht genauso verständlich sein.

Dieses Feedback ist wichtig, weil es verändert, wie ich über das Produkt nachdenke.

Dabei geht es nicht darum, auf jede einzelne Rückmeldung sofort mit einer Änderung zu reagieren.

Viel wichtiger ist die Frage, was das Feedback über die grundlegende Nutzungserfahrung zeigt.

Nutzerfeedback hat meine Sicht auf Komplexität verändert

Eine besonders wichtige Erkenntnis war, dass sich ein umfangreiches Produkt schnell überladen anfühlen kann.

KAVYLO verbindet bewusst mehrere Bereiche von Fitness miteinander.

Ich möchte dieses Problem deshalb nicht einfach lösen, indem ich nützliche Funktionen entferne.

Stattdessen beschäftige ich mich zunehmend mit sichtbarer Komplexität.

Die Frage lautet nicht mehr nur:

„Was kann KAVYLO noch?“

Sondern auch:

„Wie kann KAVYLO mehr können, ohne dass Nutzer über mehr nachdenken müssen?“

Das beeinflusst den Trainingsbereich, Today, Nutrition, Fortschritt, Community und die Art, wie neue Funktionen integriert werden.

KAVYLO allein zu entwickeln verändert meine Prioritäten

Ich entwickle KAVYLO eigenständig.

Das gibt mir viel Freiheit, weil ich Produktentscheidungen schnell treffen und eine klare Vorstellung davon behalten kann, wohin sich KAVYLO entwickeln soll.

Gleichzeitig konkurrieren dadurch alle Bereiche um dieselbe begrenzte Zeit.

Entwicklung, Design, Testing, Inhalte, Übersetzungen, Support, Website, App Store und zukünftige Planung müssen immer wieder priorisiert werden.

Nicht jede gute Idee kann sofort umgesetzt werden.

Zu lernen, was ich bewusst noch nicht baue, ist deshalb genauso wichtig geworden wie die Entscheidung, welche Funktion als Nächstes kommt.

Mehr darüber, wie ich KAVYLO neben Studium und Alltag entwickle, habe ich in Wie ich KAVYLO neben Studium und Alltag entwickle geschrieben.

Eine funktionierende Funktion ist nicht automatisch eine fertige Funktion

Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Unterscheidungen, die ich gelernt habe.

Eine Funktion kann technisch funktionieren und trotzdem noch nicht fertig sein.

Vielleicht ist die Formulierung nicht eindeutig.

Vielleicht stimmt die visuelle Hierarchie noch nicht.

Vielleicht enthält ein Screen zu viele Informationen.

Vielleicht ist der Leerzustand verwirrend.

Oder die Funktion funktioniert auf meinem Gerät perfekt, verhält sich in einer anderen Situation aber anders.

Die erste funktionierende Version ist deshalb häufig nur der Anfang.

Die Überarbeitung danach macht aus Funktionalität erst eine wirkliche Produkterfahrung.

Ich habe unterschätzt, wie stark alles miteinander verbunden sein würde

Je größer KAVYLO wird, desto weniger Funktionen existieren wirklich isoliert voneinander.

Training verbindet sich mit Fortschritt.

Training verbindet sich mit Recovery.

Nutrition liefert zusätzlichen Kontext.

Apple Health und Apple Watch liefern Daten.

Coaching kann Informationen aus mehreren Bereichen zusammenbringen.

Eine Veränderung an einer Stelle kann deshalb beeinflussen, wie ein anderer Bereich funktionieren sollte.

Diese Vernetzung gehört zu den Dingen, die ich am Aufbau von KAVYLO besonders interessant finde.

Gleichzeitig erzeugt sie im Hintergrund zusätzliche Komplexität.

Die Herausforderung besteht darin, diese Komplexität sinnvoll zu nutzen, ohne sie den Nutzern aufzubürden.

Was ich heute anders angehen würde

Wenn ich mit dem Wissen von heute noch einmal anfangen würde, würde ich früher über Systeme nachdenken.

Nicht nur über einzelne Funktionen, sondern über die Strukturen, die zukünftige Funktionen tragen müssen.

Dazu gehören:

  • wiederverwendbare Komponenten
  • skalierbare Content-Strukturen
  • Mehrsprachigkeit von Anfang an
  • eine klarere Informationsarchitektur
  • wiederverwendbare Admin-Bereiche
  • konsistente Datenmodelle
  • weniger individuelle Einzellösungen

Einige dieser Erkenntnisse verändern bereits heute, wie ich KAVYLO weiterentwickle.

Bereiche der Website, für die früher einzelne Codeänderungen notwendig gewesen wären, funktionieren inzwischen beispielsweise über wiederverwendbare Systeme.

Dadurch lassen sich neue Inhalte schneller hinzufügen und dieselben technischen Probleme müssen nicht bei jeder Erweiterung erneut gelöst werden.

Was ich durch den Aufbau von KAVYLO gelernt habe

KAVYLO zu entwickeln hat meinen Blick auf Software stark verändert.

Das sichtbare Produkt ist nur die Oberfläche.

Hinter jedem Screen stecken viele kleine Entscheidungen darüber, wie etwas strukturiert ist, wie verständlich es wirkt, wie zuverlässig es funktioniert und was als Nächstes passieren soll.

Ich habe weiterhin eine lange Liste mit Dingen, die ich verbessern oder neu bauen möchte.

Gleichzeitig gehe ich inzwischen deutlich bewusster damit um, wie neue Funktionen Teil von KAVYLO werden.

Das Ziel ist nicht, die Fitness-App mit den meisten Funktionen zu bauen.

Das Ziel ist eine Fitness-App, in der Training, Ernährung, Recovery, Fortschritt und die dazugehörigen Daten so miteinander funktionieren, dass sie im Alltag wirklich hilfreich sind.

Und genau das ist deutlich komplexer, aber auch interessanter, als ich am Anfang erwartet hatte.